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🦌 Wildbratwurst – hier wird es wild

Wurst aus Reh, Hirsch oder Wildschwein?

Das besondere an der Wildbratwurst ist, dass Rehe, Hirsche und Wildschweine frei in den Wäldern leben. Sie bekommen keine Medikamente und fressen nur das, was Wald und Wiese zu bieten haben: Natur! Der Geschmack ist definitiv anders als alles aus dem Supermarkt-Kühlregal. Was in der Wildbratwurst drinsteckt und wie du die Wurst richtig zubereitest.

💡 Kurze Antwort vorab

Wildbratwurst besteht aus Wildfleisch – Reh, Hirsch, Wildschwein oder einer Mischung – oft mit Schweinefleisch oder Schweinespeck als Fettquelle ergänzt, gewürzt mit Kräutern, Pfeffer und Muskat. Sie ist immer eine rohe Bratwurst und muss vollständig durchgegart werden. Wildschweinfleisch unterliegt der gesetzlichen Trichinenuntersuchung – bei seriösen Händlern ist diese immer durchgeführt.

  • Fleischbasis: Reh, Hirsch, Wildschwein – einzeln oder als Mischung
  • Fettquelle: oft Schweinebauch beigemischt – Wildfleisch ist sehr mager
  • Immer roh – vollständig durchgaren (Kerntemperatur 72 °C – etwas höher als bei normaler Bratwurst, um Wildparasiten sicher abzutöten)
  • Wildschweinfleisch: gesetzliche Trichinenuntersuchung Pflicht

Was ist Wildbratwurst?

Wildbratwurst einfach erklärt: Eine rohe Bratwurst aus Wildfleisch – meist Reh, Hirsch oder Wildschwein – gewürzt mit Kräutern, Pfeffer, Wacholder und Muskat. Da Wildfleisch sehr mager ist, wird oft Schweinebauch als Fettquelle beigemischt – das gibt Saftigkeit und verhindert Austrocknen beim Grillen. Im Naturdarm abgefüllt, frisch oder tiefgefroren erhältlich.
Merkmal Wildbratwurst
Fleischbasis Reh, Hirsch, Wildschwein – einzeln oder gemischt
Zusatz Oft Schweinebauch – Wildfleisch ist zu mager für saftige Bratwurst
Typische Gewürze Pfeffer, Wacholder, Muskat, Majoran, Kräuter – je nach Metzger
Hülle Naturdarm (Schweine- oder Schafsdarm)
Roh essbar? Nein – immer vollständig durchgaren (Kerntemperatur 72 °C – höher als normale Bratwurst)
Trichinenuntersuchung Pflicht bei Wildschweinfleisch – gesetzlich vorgeschrieben
Saison Ganzjährig erhältlich – tiefgefroren; frisch eher Herbst/Winter
Wo kaufen Jagdmetzger, Wildkammer, Online-Wildspezialitäten-Händler

Reh, Hirsch oder Wildschwein – was ist der Unterschied?

Die Wildart bestimmt maßgeblich Geschmack, Fettgehalt und Wildintensität der Bratwurst:

🦌
Reh
Mildestes Wildaroma – fein, zart, leicht süßlich. Ideal für Wildeinsteiger. Sehr mager – braucht Schweinebauch als Fettergänzung.
🦌
Hirsch
Kräftiger als Reh, noch milder als Wildschwein. Intensives, erdiges Wildaroma. Häufigste Basis für hochwertige Wildbratwurst.
🐗
Wildschwein
Intensivstes Wildaroma – kräftig, würzig, leicht nussig. Mehr Eigenanteil an Fett als Reh/Hirsch. Trichinenuntersuchung Pflicht.
Rehfleisch Hirsch Wildschwein
Wildaroma Mild – ideal für Einsteiger Mittel – typisch wild, nicht zu intensiv Intensiv – für Wildkenner
Fettgehalt Sehr mager – ca. 2–4 g/100 g Mager – ca. 3–5 g/100 g Etwas mehr Fett – ca. 5–8 g/100 g
Trichinentest Nicht nötig Nicht nötig ✅ Gesetzlich vorgeschrieben
Für Bratwurst geeignet? ✅ Sehr gut – mit Fettergänzung ✅ Sehr gut – mit Fettergänzung ✅ Sehr gut – etwas saftiger

Was bedeutet Trichinenuntersuchung und muss ich mir Sorgen machen?

⚠️ Trichinenuntersuchung bei Wildschweinfleisch ist Pflicht

Wildschweine können Trichinen tragen. Das sind Parasiten, die  beim Verzehr von rohem oder nicht durchgegartem Fleisch auf den Menschen übergehen können. Deshalb ist die Trichinenuntersuchung bei Wildschweinfleisch in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Das Inverkehrbringen von Wildschweinfleisch ohne abgeschlossene Trichinenuntersuchung ist strafbar. Wer Wildbratwurst vom Wildschwein bei einem seriösen Jagdmetzger oder Händler kauft, kann davon ausgehen dass der Test durchgeführt wurde – das Ergebnis ist auf der Packung oder beim Händler abrufbar. Bei Wildschweinfleisch direkt vom Jäger ohne Test: nicht essen.

Bei Reh- und Hirschfleisch ist keine Trichinenuntersuchung nötig – diese Tierarten gelten nicht als Trichinen-Träger. Wer auf Nummer sicher gehen will: Wildbratwurst generell vollständig durchgaren. Eine Kerntemperatur von 72 °C tötet Trichinen sicher ab – etwas höher als der allgemeine Richtwert von 70 °C für normale Bratwürste.

Wildbratwurst vs. normale Bratwurst: was ist der Unterschied?

Wildbratwurst Schweine-Bratwurst
Fleisch Reh, Hirsch, Wildschwein – frei lebend Hausschwein – Zucht
Geschmack Intensives Wildaroma – je nach Tierart Mild, gleichmäßig, vertraut
Fettgehalt Niedriger (Wildfleisch sehr mager) Höher – Schwein hat mehr Eigenfett
Eiweiß Höher – ca. 20–24 g/100 g Ca. 12–15 g/100 g
Antibiotika Keine Antibiotika – Wildtiere erhalten keine. Wachstumshormone EU-weit generell verboten. Möglich – je nach Haltung
Omega-3-Fettsäuren Höher – durch natürliche Ernährung Niedriger
Verfügbarkeit Jagdmetzger, Online – seltener im Supermarkt Überall erhältlich
Preis Deutlich höher – ca. 3–6 € pro Wurst Ca. 0,50–1,50 € pro Wurst

Wildbratwurst richtig grillen

Wildbratwurst ist roh und muss vollständig durchgegart werden. Da Wildfleisch sehr mager ist, braucht sie besondere Aufmerksamkeit beim Grillen:

Methode Temperatur / Zeit Tipp
Grill (Holzkohle) Mittlere Hitze, 12–15 Min., oft wenden Nicht direkt über der Glut – Wildfleisch trocknet schnell aus. Indirekte Zone nutzen.
Pfanne Mittlere Hitze, 10–12 Min., oft wenden Etwas Öl oder Butter – Wildfleisch hat wenig Eigenfett. Deckel drauf für Saftigkeit.
Backofen 180 °C Umluft, 18–20 Min. Auf Rost mit Auffangblech – Fett kann abtropfen. Am Ende kurz Grill für Farbe.
Heißluftfritteuse 180 °C, 12–14 Min., einmal wenden Gleichmäßige Hitze – verhindert Austrocknen besser als direktes Grillen.

🦌 Warum Wildbratwurst schneller austrocknet

Wildfleisch ist deutlich magerer als Schweinefleisch – der geringe Fettgehalt macht es schnell trocken bei zu hoher Hitze. Deshalb: immer mittlere Hitze, oft wenden und nie zu lange grillen. Wer die Wurst vor dem Grillen kurz in Öl wendet, schützt den Naturdarm zusätzlich. Kerntemperatur von 72 °C anpeilen – bewusst etwas höher als bei normaler Bratwurst, um Wildparasiten sicher abzutöten.

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Wildbratwurst – das Fazit

Wildbratwurst ist nichts für Leute die es immer gleich wollen. Das intensive Wildaroma, der erdige Charakter von Hirsch oder Wildschwein, die magere Textur – das ist Bratwurst mit einem Profil das man entweder sofort liebt oder erst kennenlernen muss. Wer mit Rehbratwurst anfängt, macht den sanftesten Einstieg. Wer direkt zum Wildschwein greift, erlebt Wildgeschmack pur. Immer durchgaren, bei Wildschwein Trichinennachweis beim Händler voraussetzen, und: nicht direkt über der Glut – Wildfleisch trocknet schnell. Der Rest ist Senf.

Häufige Fragen zu Wildbratwurst

Was ist Wildbratwurst?
Eine rohe Bratwurst aus Wildfleisch – Reh, Hirsch, Wildschwein oder einer Mischung – oft mit Schweinebauch als Fettquelle ergänzt, gewürzt mit Kräutern, Pfeffer, Wacholder und Muskat. Da Wildfleisch sehr mager ist, braucht es Fettergänzung für eine saftige Bratwurst. Wildbratwurst muss immer vollständig durchgegart werden.
Was ist Trichinenuntersuchung – und ist Wildbratwurst sicher?
Trichinen sind Parasiten die in Wildschweinen vorkommen können. Deshalb ist die Trichinenuntersuchung bei Wildschweinfleisch in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Wer Wildbratwurst von einem seriösen Jagdmetzger oder Händler kauft, kann davon ausgehen dass der Test durchgeführt wurde. Wer auf Nummer sicher gehen will: Wildbratwurst immer vollständig durchgaren – eine Kerntemperatur von 72 °C tötet Trichinen sicher ab – etwas höher als der allgemeine Richtwert von 70 °C für normale Bratwürste. Bei Reh und Hirsch ist keine Trichinenuntersuchung nötig.
Schmeckt Wildbratwurst anders als normale Bratwurst?
Ja – deutlich. Wildfleisch hat ein charakteristisches, erdiges Aroma das von der natürlichen Ernährung und Lebensweise der Tiere kommt. Rehbratwurst ist am mildesten – ideal für Wildeinsteiger. Hirsch ist kräftiger. Wildschweinfleisch ist das intensivste – würzig, leicht nussig, unverkennbar. Wer normale Bratwurst gewohnt ist, wird beim ersten Bissen den Unterschied sofort merken.
Ist Wildbratwurst gesünder als normale Bratwurst?
In mehreren Punkten ja: Wildfleisch enthält weniger Fett, mehr Eiweiß (ca. 20–24 g/100 g) und mehr Omega-3-Fettsäuren als Schweinefleisch. Wildtiere erhalten keine Antibiotika – im Gegensatz zu intensiv gehaltenen Nutztieren. Wachstumshormone sind in der EU generell für alle Tiere verboten. Aber: Wildbratwurst enthält oft Schweinebauch als Fettergänzung – das relativiert den Nährstoffvorteil etwas. Für Low-Carb und proteinreiche Ernährung ist sie eine gute Wahl.
Wo kauft man Wildbratwurst?
Nicht im regulären Supermarkt – Wildbratwurst ist eine Spezialität. Bezugsquellen: Jagdmetzger (regional – in ländlichen Gebieten häufiger), Wildkammer (spezialisierte Wildspezialitäten-Händler), Online-Versand (tiefgefroren, vakuumverpackt), Wochenmärkte (saisonal, besonders Herbst/Winter) und direkt beim Jäger (Direktvermarktung – bei Wildschweinfleisch Trichinennachweis verlangen).
Kann man Wildbratwurst einfrieren?
Ja – Wildbratwurst verträgt Tiefkühlung sehr gut. Vakuumverpackt bis zu 6 Monate im Tiefkühler. Viele Händler liefern Wildbratwurst bereits tiefgefroren. Auftauen langsam im Kühlschrank – nicht bei Raumtemperatur, nicht in der Mikrowelle. Nach dem Auftauen zeitnah grillen und nicht wieder einfrieren.
Warum enthält Wildbratwurst oft Schweinebauch?
Wildfleisch ist sehr mager – Rehfleisch hat nur ca. 2–4 g Fett pro 100 g. Eine Bratwurst aus reinem Wildfleisch würde beim Grillen schnell austrocknen und trocken schmecken. Schweinebauch als Fettergänzung gibt der Wurst Saftigkeit, verbessert die Bindung im Brät und macht die Wildbratwurst grillfreundlicher. Wer eine reine Wildbratwurst ohne Schwein sucht: auf die Zutatenliste achten und gezielt nachfragen.

Quellenangaben

Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen und Fachinformationen. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert (Stand: August 2026).

📚 Quellenverzeichnis anzeigen (3 Quellen)

Trichinenuntersuchung – Rechtslage & Pflicht

Deutscher Jagdverband (DJV). Amtliche Fleischuntersuchung und Trichinenuntersuchung. Verfügbar unter: jagdverband.de [Zugriff: August 2026]. – Gesetzliche Pflicht zur Trichinenuntersuchung bei Wildschweinfleisch; EU-Verordnung 2015/1375; Strafbarkeit bei Inverkehrbringen ohne Test; Zuständigkeiten Veterinäramt.

Wildfleisch – Nährwerte & Eigenschaften

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Wild – mageres Fleisch mit intensivem Aroma. Verfügbar unter: bzfe.de/lebensmittel/lebensmittelkunde/fleisch-und-fleischprodukte/wild [Zugriff: August 2026]. – Nährwertprofil Reh, Hirsch, Wildschwein; geringer Fettgehalt; hoher Eiweißgehalt; Omega-3-Fettsäuren; Vitamine und Mineralstoffe; keine Antibiotika in der Wildhaltung.

Trichinen – Verbreitung & Risiken

Wikipedia. Trichinenuntersuchung. Verfügbar unter: de.wikipedia.org/wiki/Trichinenuntersuchung [Zugriff: August 2026]. – Gesetzliche Grundlagen Trichinenuntersuchung; EU-Verordnung; betroffene Tierarten; Trichinellose beim Menschen; Geschichte der Pflichtuntersuchung seit 1866.

📚 Hinweis zu diesem Artikel

Wildbratwurst ist immer eine rohe Bratwurst und muss vollständig durchgegart werden (Kerntemperatur 72 °C – etwas höher als bei normaler Bratwurst). Bei Wildschweinfleisch ist die Trichinenuntersuchung gesetzlich vorgeschrieben – beim Kauf Nachweis verlangen. Nährwertangaben sind Durchschnittswerte – Werte variieren je nach Wildart, Jahreszeit und Rezeptur.

Haftungsausschluss: Trotz sorgfältiger Recherche können wir keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität aller Angaben übernehmen.

Letzte Aktualisierung: August 2026