Feurige Tabasco Chili – 30.000 bis 50.000 Scoville

Chili mit mittlerer Schärfe!

Du magst es kaum glauben, aber die rohe Tabasco Chili ist mit rund 30.000 bis 50.000 Scoville doch schon viel schärfer als gedacht. Was diese Chilisorte ausmacht, wie du sie anbaust und wie sie aus Mexiko in die USA kam.

💡 Kurze Antwort vorab

Tabasco Chili (Capsicum frutescens) ist eine mittelgroße, fingerförmige Chilisorte aus dem mexikanischen Bundesstaat Tabasco – 30.000 bis 50.000 Scoville, deutlich schärfer als Jalapeño aber milder als Habanero.

  • Botanisch: Capsicum frutescens – mehrjährig, 1 bis 4 m hoch
  • Schärfe: 30.000–50.000 Scoville
  • Capsaicin sitzt in Plazenta und Scheidewänden – nicht in den Samen
  • In die USA: Wie die Sorte nach Louisiana kam, ist nicht eindeutig belegt, es gibt zwei Darstellungen
Auf dieser Seite
  1. Was ist Tabasco Chili?
  2. Scoville – wie scharf ist Tabasco Chili wirklich?
  3. Wo sitzt die Schärfe in der Chili wirklich?
  4. Wie kam die Tabasco Chili in die USA?
  5. Tabasco Chili vs. Cayenne – was ist der Unterschied?
  6. Tabasco Chili anbauen – geht das in Deutschland?
  7. Tabasco Chili – das Fazit
  8. Häufige Fragen zu Tabasco Chili
  9. Quellenangaben

Was ist Tabasco Chili?

Tabasco Chili einfach erklärt: Eine kleine, fingerförmige Chilisorte, die aufrecht an der Pflanze wächst – charakteristisch für Capsicum frutescens. Reift von grün über gelb und orange zu leuchtendem Rot. Die volle Schärfe entwickelt sich erst in der roten Reifephase. Mehrjährig, buschig und produktiv: Eine Pflanze kann beispielsweise hunderte Schoten pro Saison liefern.
Merkmal Tabasco Chili
Botanischer Name Capsicum frutescens cv.
Familie Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Schärfe 30.000–50.000 SHU
Fruchtgröße 3–5 cm lang, ca. 1 cm Durchmesser
Reiffarben Grün → Gelb → Orange → Rot
Wuchshöhe 1–4 m (Freiland), ca. 1 m (Topf)
Lebensdauer Mehrjährig – überwinterbar
Herkunft Mexiko, benannt nach dem Bundesstaat Tabasco

Scoville – wie scharf ist Tabasco Chili wirklich?

Die Scoville-Skala wurde 1912 vom Pharmazeuten Wilbur Scoville entwickelt. Ursprünglich verdünnte er Chili-Extrakt so lange mit Zuckerwasser, bis Tester keine Schärfe mehr wahrnehmen konnten. Heute misst man per Hochdruck-Flüssigkeits-Chromatographie (HPLC) den Capsaicin-Gehalt direkt – die Einheit heißt aber weiterhin Scoville.

Chilisorte Scoville (SHU) Einordnung
Gemüsepaprika 0 Keine Schärfe
Jalapeño 2.500–8.000 Mild bis mittel
Serrano 10.000–25.000 Mittelscharf
Cayenne 17.000–50.000 Mittelscharf bis scharf
Tabasco Chili 30.000–50.000 Scharf
Habanero 100.000–350.000 Sehr scharf
Carolina Reaper 1.500.000–2.200.000 Extrem

Wo sitzt die Schärfe in der Chili wirklich?

Capsaicin entsteht in den Drüsen der Plazenta und den Scheidewänden der Schote, nicht in den Samen. Die Samen wirken scharf, weil sie direkt an der Plazenta hängen und Capsaicin dort diffundiert. Das Fruchtfleisch enthält deutlich weniger Capsaicin. Wer die Schärfe reduzieren will: Scheidewände und Plazenta gemeinsam entfernen – nur die Kerne zu entfernen reicht nicht.

Wie kam die Tabasco Chili in die USA?

Die Tabasco Chili stammt aus Mexiko und ist nach dem Bundesstaat Tabasco benannt. Wie sie in die Südstaaten der USA kam, ist nicht eindeutig belegt. Es gibt zwei Darstellungen:

🪖Version 1 – Samen aus Mexiko
Nach einer Familienüberlieferung der McIlhennys bekam Edmund McIlhenny eine Handvoll roter Schoten von einem ehemaligen Konföderierten Sodaten, der aus dem selbst gewählten Exil in Mexiko zurückkehrte. Er pflanzte die Samen auf der Plantage seiner angeheirateten Familie auf Avery Island in Louisiana. 1868 gab es dort die erste kommerzielle Pflanzung. Die Familienberichte weichen allerdings voneinander ab.
🌿Version 2 – Maunsel White
Der New Orleanser Pflanzer Maunsel White baute laut dem Journalisten Jeffrey Rothfeder schon 1849 Tabasco-Chilis auf seiner Plantage an, rund 20 Jahre vor McIlhenny. Nach der Pfeffer-Autorin Jean Andrews gab White vor seinem Tod 1862 Schoten an seinen Freund McIlhenny weiter. Als Hinweis darauf wird unter anderem eine Gerichtsaussage von 1922 genannt.

Was offen bleibt: Wer die Samen tatsächlich nach Louisiana brachte, ist nicht belegt. Gesichert ist nur, dass die Sorte aus Mexiko stammt und in Louisiana spätestens 1868 kommerziell angebaut wurde.

Tabasco Chili vs. Cayenne – was ist der Unterschied?

Tabasco Chili Cayenne
Botanische Art Capsicum frutescens Capsicum annuum
Schärfe 30.000–50.000 SHU 17.000–50.000 SHU
Geschmack Fruchtig, reiner Chili-Charakter Würzig, erdig
Fruchtform Aufrecht wachsend, fingerförmig Hängend, länger
Lebensdauer Mehrjährig Meist einjährig

Tabasco Chili anbauen – geht das in Deutschland?

Phase Was tun
Aussaat Februar–März, drinnen bei 25–28 °C, Keimdauer 10–21 Tage
Anzucht Sofort nach Keimung hell stellen – Pflanzenlampe empfohlen
Standort ab Mai Vollsonnig, mindestens 6 Stunden direkte Sonne, 20–30 °C optimal
Pflege Regelmäßig gießen (keine Staunässe), alle 2 Wochen Tomatendünger
Ernte 80–100 Tage nach Pflanzung – rote Früchte für volle Schärfe
Überwinterung 10–15 °C, hell, stark zurückschneiden – treibt im Frühjahr neu aus

🌱 Mehrjährig ist der entscheidende Vorteil

Eine überwinterte Tabasco-Pflanze treibt im zweiten Jahr deutlich kräftiger aus und produziert mehr Früchte als eine Jungpflanze. Die Wurzeln sind bereits etabliert, die Pflanze startet früher in die Saison. Wer einmal eine Tabasco-Pflanze erfolgreich überwintert hat, bekommt im zweiten Jahr den deutlich besseren Ertrag.

Tabasco Chili – das Fazit

Die Tabasco Chili ist mit 30.000–50.000 Scoville eine ernstzunehmend scharfe Chilisorte, schärfer als Jalapeño und milder als Habanero. Sie stammt aus Mexiko, wie sie in die USA kam, ist nicht eindeutig geklärt. Wer sie selbst zu Hause nabauen will, hat mit der mehrjährigen Pflanze auch in Deutschland gute Chancen, wenn sie genug Wärme und Sonne bekommt.

Häufige Fragen zu Tabasco Chili

Wie scharf ist Tabasco Chili?
Frische Tabasco Chili hat 30.000–50.000 Scoville – deutlich schärfer als Jalapeño (2.500–8.000 SHU), aber milder als Habanero (100.000–350.000 SHU).
Woher kommt die Tabasco Chili?
Die Sorte stammt aus Mexiko und ist nach dem Bundesstaat Tabasco benannt. Es ist eine Variante der Art Capsicum frutescens.
Wie kam die Tabasco Chili in die USA?
Das ist nicht eindeutig belegt. Nach einer Familienüberlieferung brachte ein ehemaliger Konföderierter Schoten aus Mexiko, aus deren Samen auf Avery Island in Louisiana Pflanzen wuchsen. Nach dem Journalisten Jeffrey Rothfeder baute der Pflanzer Maunsel White Tabasco-Chilis in Louisiana schon 1849 an.
Wo sitzt die Schärfe in der Chili wirklich?
In den Drüsen der Plazenta und den Scheidewänden – nicht in den Samen. Die Samen wirken scharf, weil sie direkt an der Plazenta hängen und Capsaicin diffundiert. Wer die Schärfe reduzieren will: Scheidewände und Plazenta gemeinsam entfernen – nur die Kerne zu entfernen reicht nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Tabasco Chili und Cayenne?
Botanisch verschiedene Arten: Tabasco ist Capsicum frutescens, Cayenne ist Capsicum annuum. Beide überlappen im Schärfebereich, aber Tabasco schmeckt fruchtiger und reiner, Cayenne würziger und erdiger. Tabasco wächst aufrecht, Cayenne hängend.
Kann man Tabasco Chili in Deutschland anbauen?
Ja – als Topfpflanze oder im Gewächshaus. Aussaat Februar–März bei 25–28 °C, vollsonniger Standort ab Mai, Ernte nach 80–100 Tagen. Mehrjährig – überwinterbar bei 10–15 °C. Die größte Herausforderung in Deutschland: ausreichend Wärme und Sonne für die volle Schärfeentwicklung.
Was hilft bei zu viel Schärfe?
Milchprodukte – Milch, Joghurt, Sahne. Milchfett löst Capsaicin auf. Brot und Zucker absorbieren es zusätzlich. Kein Wasser – Wasser verteilt das fettlösliche Capsaicin nur weiter im Mund.

Quellenangaben

Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen und Fachinformationen. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert (Stand: Oktober 2026).

📚 Quellenverzeichnis anzeigen (5 Quellen)

Tabasco Chili – Botanik und Herkunft

Wikipedia (EN). Tabasco pepper. en.wikipedia.org/wiki/Tabasco_pepper [Zugriff: Oktober 2026]. – Capsicum frutescens; Sorte aus Mexiko, benannt nach dem Bundesstaat Tabasco; Schärfebereich 30.000–50.000 SHU; botanische Merkmale.

Scoville-Skala

Scoville, W.L. Note on Capsicums. In: The Journal of the American Pharmacists Association, Vol. 1, Nr. 5, 1912, S. 453–454. – Wissenschaftliche Primärquelle zur Scoville-Skala und dem Organoleptic Test.

Wikipedia (DE). Scoville-Skala. de.wikipedia.org/wiki/Scoville-Skala [Zugriff: Oktober 2026]. – HPLC-Messmethode; Capsaicin-Gehalt; Schärfevergleich.

Weg der Chili in die USA

Bernard, S.K. Tabasco Sauce. In: 64 Parishes – Encyclopedia of Louisiana. Louisiana Endowment for the Humanities, 2013, aktualisiert 2023. 64parishes.org/entry/tabasco-sauce [Zugriff: Oktober 2026]. – Familienüberlieferung: McIlhenny erhält Schoten von einem aus dem Exil in Mexiko zurückgekehrten Konföderierten und pflanzt die Samen auf Avery Island; erste kommerzielle Pflanzung 1868; die Familienberichte weichen voneinander ab.

Rothfeder, J. McIlhenny’s Gold: How a Louisiana Family Built the Tabasco Empire. HarperCollins, 2007. ISBN: 978-0-06-073784-1. – Maunsel White baut 1849 Tabasco-Chilis an. Hier nach der Wiedergabe in der englischen Wikipedia (Artikel „Tabasco sauce“, en.wikipedia.org/wiki/Tabasco_sauce, Zugriff: Oktober 2026) zitiert, die auch Jean Andrews (Weitergabe von Schoten durch White an McIlhenny vor 1862) und eine Gerichtsaussage von 1922 nennt; das Buch selbst haben wir nicht eingesehen.

📚 Hinweis zu diesem Artikel

Wie die Tabasco Chili in die USA kam, ist historisch nicht eindeutig geklärt – dieser Artikel stellt beide bekannten Darstellungen vor, ohne eine als alleinige Wahrheit zu werten. Scoville-Angaben sind Richtwerte – Schärfe variiert je nach Reifegrad, Anbaubedingungen und Erntezeitpunkt.

Haftungsausschluss: Trotz sorgfältiger Recherche können wir keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität aller Angaben übernehmen.

Letzte Aktualisierung: Oktober 2026

Die Wurst immer schön durch den Senf spazieren führen.